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Altcaroliner Jost Reinhold weilte zuletzt Anfang September am Neustrelitzer Gymnasium.

Altcaroliner Jost Reinhold weilte zuletzt Anfang September am Neustrelitzer Gymnasium. Hier ist mit seiner Unterstützung in nicht mehr genutzten Räumen eine Lernlandschaft entstanden. 

Jost Reinhold, der große Gönner Mecklenburgs und unserer Region im Besonderen, hat zum Jahreswechsel den zweiten und abschließenden Teil seiner Biografie vorgelegt. Ich habe dieser Tage den Schuber mit den nun zwei Büchern aus der Post gezogen. Eine große Freude, weiß ich doch, mit welchem Kraftaufwand in aller seiner Bescheidenheit der 87-Jährige die vor mir liegenden Zeilen auf Wunsch seiner Familie und vieler Freunde zu Papier gebracht hat.

reinhold_biografieDem ersten Band „Es begann in Mecklenburg. Bilder meiner Jugend“ folgte nun „Von freier Luft begleitet. Ein Leben südlich der Alpen“. Es sei für ihn „ein schlimmer Gedanke“, vor allem seine positiven Seiten beschrieben zu haben“, heißt es bezeichnend im Nachwort. In den Schuber ist ein Wildschwein geprägt. Wildsauen hatten den zehnjährigen Jost einst bei seinem Heimatdorf Groß Flotow auf einen Apfelbaum gejagt. Seitdem hat der passionierte Jäger zu diesen Tieren ein ganz besonderes Verhältnis.

Ich hatte das große Glück, vor etlichen Jahren Jost Reinhold in seinem Unternehmen in Mailand besuchen und mich in seinem schweizerischen Wohnort Montagnola im Tessin auf die Spuren Hermann Hesses begeben zu dürfen. Nun wünsche ich Jost Reinhold wenige Wochen vor seinem 88. Geburtstag die nötige Gesundheit, in diesem Jahr zu einer erneuten Lesung in die Aula seines geliebten Gymnasiums Carolinum zurückkehren zu können, das seinen Namen trägt. Jost Reinhold zitiert ausgangs seines zweiten Buches Salvatore Quasimodo: „Man lebt, und plötzlich ist es Abend.“ Aber auch Rita Levi-Montalcini ist den Literaturfreund eine Anleihe wert: „Meine Sehkraft hat schon etwas nachgelassen, und noch mehr mein Gehör. Aber ich denke heute mehr als mit 20 Jahren. Der Körper mag tun, was er will. Ich bin nicht der Körper. Ich bin der Geist.“

Vor mehr als 25 Jahren hat Jost Reinhold seine Stiftung für Mecklenburg gegründet. Sie konnte inzwischen bei Projekten und Ernstfällen mehr als 1000 Mal unterstützen, einspringen, helfen. „Was gibt es im Leben eines Menschen Schöneres, als vor Ort zu sein, wenn Not am Manne ist?“, schreibt Jost Reinhold. Ich habe für seine Biografie einen besonders schönen Platz zwischen meinen vielen Büchern gefunden. Da steht sie nun vor der zehnbändigen Weltgeschichte und erzählt von einem selbstlosen Mann, der sich selbst als glücklichsten Menschen der Welt beschreibt.

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