Schlagwörter

, , ,

Gruft

Förderprogramme und Projekt Fürstengruft auf der Schlossinsel zusammenzubringen, ist nicht einfach.

Der angekündigte Fördermittelsegen von rund 900 000 Euro für die Mirower Fürstengruft wird sich in der Höhe nicht einstellen. Letztlich werden nur 420 000 Euro tatsächlich den Arbeiten an der Grablege zufließen, und hier auch wieder nur ein Teil der Sanierung der Särge. Das habe ich in einem Gespräch mit Rajko Lippert, Vorsitzender des Vereins Kulturgut Mecklenburg-Strelitz, erfahren.

lippert

Dr. Rajko Lippert

„Das Bundesprogramm, einer der Fördertöpfe, passt offenbar nicht zum Projekt. Gefördert werden sollen nur feststehende Denkmale. Dass die Särge auch Kulturgut und ein eingetragenes Landesdenkmal sind, ist darüber hinaus quer durch die politischen Lager in Berlin und Schwerin schwer zu vermitteln“, so mein Blogfreund Lippert. So werde viel Geld jetzt in die Gestaltung der Außenanlage fließen, was aus touristischer Sicht sicherlich auch von erheblichem Wert sei. Auch die Decke des Kirchenschiffs werde von der Förderung profitieren.

Unterdessen bleibt die Zuordnung der vorgefundenen Gebeine in den Särgen eine ebenso spannende wie aufwändige Aufgabe. „Wir haben drei Bestattete sicher identifiziert, eine Frau eingegrenzt, bei den anderen sind wir völlig auf DNA-Analysen angewiesen“, sagte Lippert. Er hatte dieser Tage in der Fürstengruft mit dem Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg und dem Landtagsabgeordneten Vincent Kokert (beide CDU) die Situation diskutiert.

Lippert selbst will sich jetzt bei der Stadt Neustrelitz um eine finanzielle Beteiligung an der Sanierung der Särge verwenden. Schließlich sei der Neustrelitzer Stadtgründer Adolf Friedrich III. unter den Identifizierten. Dessen Sarg sei besonders stark beschädigt. „Ich könnte mir vorstellen, dass Neustrelitz ein Interesse daran hat, seinen Gründer würdig bestattet zu sehen.“

Advertisements