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Der Verein Kulturgut Mecklenburg-Strelitz hat sein „großes Unbehagen“ über die Pläne der Stadt Neustrelitz geäußert, die Nutzung des Stadtarchivs künftig mit hohen Gebühren zu verbinden. Eine entsprechende Satzung war auf der jüngsten Stadtvertretersitzung beschlossen worden, wobei die Gebührentabelle nach kontroverser Diskussion noch ausgeklammert wurde. In einem Schreiben an Stadtpräsident Christoph Poland (CDU) hebt der Verein hervor, dass „die freie Nutzung der Archive eine Grundvoraussetzung für die gesetzlich schutzwürdigen Belange wie Heimatkunde und Heimatpflege, Pflege von Kulturgut und Brauchtum, Wissenschaft und Unterricht ist“.

Der Verein verweist zugleich auf das Informationsfreiheitsgesetz. Der freie Zugang zu bei einer Behörde vorhandenen Informationen werde auch dadurch bewirkt, „dass dieser nicht durch überhöhte Gebühren durch die Behörde selbst erschwert wird“. Das Archiv der Residenzstadt habe einen vergleichsweise geringen Bestand.Die Nutzung vor Ort pro Stunde, wie sie im Entwurf mit 3,50 Euro vorgesehen ist, gebe es nach Recherchen des Vereins in keinem öffentlichen deutschen Archiv. Die grundsätzliche Nutzung des Archivs sei in den allermeisten Fällen für nichtgewerbliche Nutzer mit keinen oder nur geringen Gebühren verbunden. So berechneten Parchim pro Tag 2,50 Euro, Greifswald und Schwerin fünf Euro pro Tag. Stralsund und Wismar zögen keine Gebühren ein, auch nicht das Landeshauptarchiv.

Regelung anderer Städte übernehmen

Der Verein empfiehlt der Stadtvertretung dringend, „die noch nicht beschlossene Gebührenordnung für die Nutzung des Stadtarchivs auch zukünftig dahingehend zu gestalten, dass nur für gewerbliche Nutzer und tatsächliche Kosten, wie Auslagen, Kopien oder Fotoerlaubnis und Recherchen der Archivare Kosten entstehen“. Ansonsten empfiehlt der Verein die übliche Formulierung anderer Städte: „Die Nutzung des Archivs durch persönliche Einsichtnahme in seinem Benutzerraum, bei der sich die Leistungen des Archivpersonals auf das Bereitstellen von Findmitteln und Archivgut beschränken, ist für alle nicht gewerblichen Belange kostenfrei.“

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