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2016 mussten die Veterinäre der Kreisverwaltung Mecklenburgische Seenplatte 58 Tiere aus Haushalten fortnehmen. Davon sind 49 Hunde und acht Katzen sogar dauerhaft den Haltern entzogen worden, teilte das Landratsamt mit. Das Fortnehmen der Tiere ist eine der schärfsten Maßnahmen von Veterinärbehörden, die sie anwenden, wenn gegen das Tierschutzgesetz und deren Verordnungen verstoßen wird.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt neben vielen anderen auch die Aufgabe, Tierschutz-Kontrollen durchzuführen. Dabei haben die zehn Amtstierärzte durchaus weitreichende Befugnisse. Sie kontrollieren, ob die Tiere art- und verhaltensgerecht untergebracht sind und ob sie angemessen ernährt und gepflegt werden.

Aus einer vorläufigen Sicherstellung der Tiere wird oftmals eine endgültige Fortnahme – wenn die betreffenden Tierhalter nicht in der Lage oder willens sind, die Voraussetzungen für eine ordnungsmäße Tierhaltung zu schaffen. Leider bleiben der Landkreis und die Tierheime in den meisten dieser Fälle auf den Kosten sitzen, obwohl nach dem Gesetz natürlich die Tierhalter dafür zahlen müssen.

Besonders problematisch sind Verstöße gegen behördlich angeordnete Tierhalte- und Betreuungsverbote, wenn eine große Anzahl Tiere betroffen ist. Denn diese Verbote gelten deutschlandweit, und das ist den „selbsterklärten Tierhaltern“ entweder nicht bewusst oder sie versuchen das Verbot bewusst zu umgehen. Dafür nennt Amtsleiter Dr. Guntram Wagner Beispiele: Im Jahr 2014 erreichte sein Amt in Neubrandenburg ein Ersuchen auf Amtshilfe aus einem weit entfernen Landkreis. Ein Tierhalter, der ein Haltungsverbot hat, war in den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gezogen. „Wir haben ihm daraufhin sechs Pferde, drei Schweine, zwei Ziegen, drei Hunde, eine Katze und 30 Kaninchen weggenommen und auf seine Kosten im Tierheim untergebracht.“

Vier Tierheime unterstützen bei Unterbringung und Vermittlung

Im vergangenen Jahr mussten einer Person, gegen die ebenfalls längst ein Tierhalte- und Betreuungsverbot verfügt worden war, sogar 42 Hunde und drei Katzen weggenommen werden. Entsprechende Hinweise hatte das Veterinäramt aus der Bevölkerung erhalten. „Bei der Unterbringung und Vermittlung der Tiere werden wir maßgeblich von vier Tierheimen in unserem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte unterstützt“, sagt Dr. Wagner. „Deren Engagement ist es zu verdanken, dass diese Tiere an verantwortungsvolle Tierhalter vermittelt werden können.“

Seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert; wer dagegen verstößt, begeht kein Kavaliersdelikt, betont der Amtsleiter. „Veterinärämter sind berechtigt, ja verpflichtet, Ordnungswidrigkeiten zu ahnden, oder sogar als Straftaten anzuzeigen“, hebt er hervor. So ist gerade Ende März 2017 eine Hundehalterin vom Landgericht Neubrandenburg zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde und mit umfangreichen Auflagen verbunden ist, verurteilt worden. Ihr war vorgeworfen worden, dass sie ihren sieben Hunden länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt hat.

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