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Eine etwas andere Pressemitteilung hat mich heute aus dem Landratsamt erreicht. Zum Tag des Baums am 25. April hat Mike Hartmann, Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, einen Artikel geschrieben, den er mit einem Vers von Fritz Reuter einleitet. Als Freund des Baumes reiche ich den etwas längeren Text und Hartmanns Fotos gern an die Strelitzius-Gemeinde weiter.

Ik weit einen Eikbom, de steiht an de See,
de Nurdstorm, de brust in sin Knäst,
stolz reckt hei de mächtige Kron‘ in de Höh,
so is dat all dusend Johr west.

Uralte Bäume mit breit ausladender Krone, gefurchter Rinde und knorrigen Wurzeln gehören zu den beeindruckenden Einzelschöpfungen der Natur. Mehrhundertjährige Baumriesen strahlen Beständigkeit aus. Ihre Betrachtung bestärkt uns in unserer Heimatliebe.

Aus Ehrfurcht, aus Freude an ihrem Gedeihen, ihrer Gestalt und Kraft wurden den Bäumen seit jeher zahlreiche Dichtungen und Lieder gewidmet. So sind alte Eichen, aber auch Linden und Ulmen Bestandteile der Poesie. In einem rational orientierten Zeitalter sind sie Brücken zu vergangenen Jahrhunderten geblieben.

Aber nicht nur Bäume mit hohem Alter und außergewöhnlichem Wuchs werden vom Menschen verehrt und geachtet, sondern auch solche mit kulturhistorischer und heimatkundlicher Bedeutung sowie mit landschaftsprägendem Charakter. Bäume können auf den ersten Blick die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen, insbesondere dann, wenn sie durch ihre Größe, ihre Stärke oder durch einen besonders charakteristischen Wuchs auffallen.

Gehölze geraten neben anderen heimischen Pflanzenarten zahlenmäßig stark ins Hintertreffen, dennoch besitzen sie besondere Eigenarten, die uns Menschen faszinieren. Die meisten Pflanzen sterben am Ende ihrer Vegetationsperiode ab. Bäume hingegen bilden im Herbst Knospen aus, werfen Laub und grünen im Frühling wieder. So können Bäume jahrzehnte-, ja jahrhundertelang präsent sein. Dank dieser Langlebigkeit haben viele Menschen zu Bäumen nicht selten auch eine persönliche Beziehung. Vielleicht gerade deshalb kürt die Schutzgemeinschaft „Deutscher Wald“ alljährlich den Baum des Jahres.

In Deutschland wird seit 1952 jedes Jahr im April der Tag des Baumes mit Feierstunden begangen. Er soll die Bedeutung des Waldes und der Gehölze für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten.

Giganten suchen deutschlandweit ihresgleichen

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist geprägt von zahlreichen Baumgiganten, die deutschlandweit ihresgleichen suchen. So steht mit einem Stammumfang von fast 12 Metern in Ivenack die stärkste und vermutlich älteste Eiche Deutschlands. Die stärkste Buche in unserem Bundesland mit einem Stammumfang von 6,50 Metern thront auf dem slawischen Burgwall zwischen Golchen und Hohenbüssow und die Linde in Speck gehört zu den kräftigsten ihrer Art in Norddeutschland. Die Stieleiche im Pinnower Gutspark wurde vom Kuratorium „Alte liebenswerte Bäume in Deutschland“ e.V. sogar zur „Schönsten Eiche Deutschlands“ auserkoren und die Titelseite des Buches „Wege zu alten Bäumen in Mecklenburg-Vorpommern“ ziert die eindrucksvolle Kiefer von Groß Plasten.

Den fünf Ivenacker Eichen wurde kürzlich die höchste Auszeichnung, die der Naturschutz zu vergeben hat, zuteil. Sie gelten seit August 2016 als erstes Nationales Naturmonument Deutschlands. Der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde hat sich schon immer für die Erhaltung wertvoller Einzelbäume und Alleen eingesetzt und die Bestrebungen von Kommunen, Forstämtern, Verbänden und engagierten Einzelpersonen, die sich für den Schutz von Bäumen eingesetzt haben, unterstützt, fachlich begleitet und gefördert. Dieses gipfelte letztlich in der Ausweisung zahlreicher Naturdenkmale in den zurückliegenden Jahrzehnten.

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