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Die Auseinandersetzung zwischen der Stadt Neustrelitz und der Deutschen Telekom in Sachen Vectoring (Strelitzius berichtete) spitzt sich zu. Bekanntlich behauptet der Telekommunikationsriese, bereits frühzeitig über seine Absichten informiert zu haben, das veraltete Kupferkabelnetz in der Residenzstadt ertüchtigen zu wollen, um zu einem leistungsfähigeren Internet zu kommen. Hingegen stellt es sich für die Stadt so dar, dass die Telekom erst auf den Plan trat, als bekannt wurde, dass nunmehr die Stadtwerke für ein Hochleistungsinternet sorgen. Das Strelix-Glasfasernetz wird erheblich höhere Übertragungsraten zulassen, als die Telekom per Vectoring anbieten kann.

Andreas Grund

Inzwischen behauptet die Telekom nach Auskunft von Bürgermeister Andreas Grund am Donnerstagabend vor den Stadtvertretern, die Information über den beabsichtigten Eigenausbau in Neustrelitz bereits 2015 für 2016 an den Landkreis gegeben zu haben. „Über dieses Planungs- und Anmeldeverfahren ist der Stadt Neustrelitz nicht nur nichts bekannt, es wird außerdem angezweifelt, dass es solche Meldungen gegeben haben soll, da wir uns nicht vorstellen können, dass uns der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in diesem Fall nicht automatisch informiert hätte“, so das Stadtoberhaupt. Tatsächlich habe die Stadt erst am 10. Januar 2017 Jahres die Pläne von der Telekom vorgestellt bekommen. Drei Monate später, am 11. April, hat das Unternehmen nun die erforderlichen Genehmigungen nachgefragt.

Inzwischen hat die Stadt eine zweite Beschwerde über das Vorgehen der Telekom an die Bundesnetzagentur gerichtet und bei der Gelegenheit erfahren, dass von der ersten Beschwerde mit Datum 20. Februar bei der Agentur nichts bekannt sei. Grund ließ diese zwielichtige Auskunft unkommentiert. Neustrelitz erwartet nun bis Ende April eine Stellungnahme.

CDU im Kreistag befürchtet Machtmissbrauch durch Telekom

Im gleichen Zusammenhang hat sich die CDU-Kreistagsfraktion Mecklenburgische Seenplatte mit Schreiben vom 30. März 2017 mit der Frage an den Landrat gewandt, ob die Deutsche Telekom ihre Marktmacht ausnutzt, ihre bestehende Monopolstellung in den meisten Regionen durch Vectoring zu verteidigen sucht und auf diese Weise den eigentlich zukunftsträchtigen Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln verhindert. Die CDU-Kreistagsfraktion fragt vor allem vor dem Hintergrund der bevorstehenden Ausschreibungen der Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern und befürchtet ein Unterlaufen der Ausbauabsichten bzw. der Glasfaserinitiative des Bundes oder ein Abschöpfen zur Verfügung gestellter Mittel mit veralteter Technologie.

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