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Das polnische Ostseebad Misdroy ist in den letzten Jahren fast unmerklich ein wenig in die Breite gegangen. Denn die Westerweiterung Richtung Swinemünde ist zwar unmittelbar an der Düne, aber mitten im Wald geschehen. Die Verlängerung der Uliza Gryfa Pomorskiego wie auch der Strandpromenade erschließt sich nur auf den zweiten Blick. Auch wir als regelmäßige Urlauber an der polnischen Ostsee brauchten erst Booking.com, um das vor fünf Jahren eröffnete „Golden Tulip“ zu entdecken. Wir haben uns im März in einem seiner Appartements ein paar Tage erholt, waren sehr positiv überrascht, und ich gebe den Tipp gern an meine Leser weiter.

Das „Golden Tulip“, Teil einer weltumspannenden Hotelkette, besteht aus mehreren modernen Häusern, die durch eine Tiefgarage miteinander verbunden sind. Damit kommt man im Fall des Falles trockenen Fußes von A nach B, wenn es zu den Mahlzeiten geht, ins Spa-Center oder abends noch auf einen Drink an die Bar. Während die hippen, aber behaglichen Wohneinheiten jeglichen Komfort bieten, zeigen sich die öffentlichen Räume der modernen Hotelanlage sehr puristisch. Vom Designerstuhl auf den von Betonplatten ummantelten Riesenkamin in der Lobby schauen – man muss es mögen. Auch der stylische Speisesaal lädt nicht unbedingt zum längeren Verweilen ein, belohnt aber mit schönem Ausblick auf die baumbesetzte Düne und lässt das Meer dahinter erahnen.

In der Vor- und der Nachsaison findet nur eine überschaubare Anzahl von Gästen ins „Golden Tulip“, die wohl auch mehr die außergewöhnlichen Appartements und Studios zu schätzen wissen. Die übrigens auch über Küchen verfügen. Und so haben wir unsere Absacker an der kleinen Hotelbar nur in der Gesellschaft zweier summender Kühlschränke genossen. Sauna- und Badebereich sind schön, aber eigentlich zu klein und leider auch sehr hellhörig.  Im Sommer, wenn hier ganz andere Buchungszahlen vorliegen, dürfte der Spa-Bereich ohnehin verwaisen, denn die Ostsee mit herrlichem Strand liegt ja wie erwähnt vor der Tür. Dann wird auch die einladende Terrasse vor dem Speisesaal genutzt.

Unglaubliche Preise Anfang März

Die Preise Anfang März waren einfach unglaublich. Wir haben das über 40 Quadratmeter große Studio mit langem Balkon, Küche, Bad mit Wanne und getrenntem Wohn- und Schlafbereich für sage und schreibe 38 Euro pro Nacht bekommen, und das nicht etwa pro Peron. Das inbegriffene Frühstück bot alles, was das Herz begehrt. Der Wunsch, so eine Ferienwohnung zu besitzen, war  groß und ließe sich mit dem nötigen Kleingeld gleich hier realisieren. Ein Teil der Appartements vorwiegend in den oberen Etagen ist einschließlich Anteilen am Hotel- und Restaurantgeschäft bereits verkauft. Wir wären Pi mal Daumen mit rund 120 000 Euro dabei gewesen.

Für ein sehr gutes Drei-Gänge-Menü bei kostenlosen Softdrinks am Abend haben wir übrigens sensationelle zwölf Euro pro Person bezahlt. Und Parkkosten, die in der Höhe zu vernachlässigen gewesen wären, hatten wir gar keine. Bei so wenig Betrieb durften wir, freundliche Geste des Hauses, unser Auto direkt vor der Rezeption abstellen.

Miedzyzdroje außerhalb der Saison ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Außer der vom „Golden Tulip“ in 15 gemächlichen Wegminuten zu erreichenden Seebrücke und einigen größeren Häusern ist an der Promenade alles geschlossen. Dafür ist viel Ruhe zu bekommen, wo sich an Sommerwochenenden rund 100 000 Touristen tummeln. Die hübsche Kleinstadt dahinter hat ganzährig geöffnet und bietet rund um ihr Zentrum gleich ein halbes Dutzend sehr zu empfehlender Restaurants. Unsere Favoriten: die Taverne „Roza“ und das Restaurant „Suzanna“, liegen einander direkt gegenüber.

Noch mal zurück zur Ruhe und vor die Rezeption des „Golden Tulip“: Hier wurden wir bei Anreise am hellichten Tag von Wildschweinfrischlingen begrüßt, die nur ein Zaun an der Düne davon abhielt, mit einzuchecken. Natur pur, himmlisch!

 

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