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Der Entwurf der neuen Feuerwehrorganisationsverordnung des Landes ist bei der Stadt Neustrelitz auf Kritik gestoßen. Die Verfasser gingen von einer idealen Feuerwehrsituation aus, die es in der Praxis nicht gebe, so Bürgermeister Andreas Grund dieser Tage vor den Stadtvertretern.

Der derzeit strittigste Punkt ist die Festlegung, wonach zehn Minuten nach Alarmierung „Kräfte in Stärke einer Gruppe am Einsatzort Maßnahmen der Gefahrenabwehr einleiten“ sollen. Das entspreche nicht den Erfahrungswerten der Freiwilligen Feuerwehren, die vor allem in der Arbeitswoche schlecht besetzt großflächig agieren müssen.

Andreas Grund führte beispielhaft ein Schadensereignis am noch gut erreichbaren Bahnübergang Drewin an. Mindestens fünf Minuten seien zwischen Alarmierung und Ausrücken zu veranschlagen, die reine Fahrzeit betrage sieben bis acht Minuten. „Eine  Eintreffzeit von zehn Minuten ist selbst unter günstigsten Bedingungen nicht zu erreichen. Ähnliche und schlechtere Werte lassen sich auch für andere gut zugängliche Orte in Neustrelitz ermitteln“, so das Fazit des Bürgermeisters. Andererseits sei eine gesetzlich festgelegte Norm, auch wenn sie nicht zu erfüllen ist, immer mit Haftung der Verantwortlichen verbunden. Eine Alternative gebe es nur bei Einführung einer flächendeckenden Berufsfeuerwehr.

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