Schlagwörter

, , , ,

Zu einem sehenswerten Pfingstausflug lädt der Verein zum Erhalt der Domjüch e.V. ein. Zur landesweiten Veranstaltung KunstOffen zeigt der Verein vier Künstler, die ihre Kunst dem ungewöhnlichen Ort anvertrauen, um die spannungsgeladene Wirkung auf die Besucher zu übertragen. Gezeigt werden Werke von Wilhelm Müller (†1941), Uwe Grone, Alexander Rommel und Rainer Grassmuck.

Die Ausstellung von Wilhelm Müller, der von 1907 bis 1918 in der Station „Männer 1“ auf der Domjüch lebte und malte, ist einzigartig in ihrer Zusammenstellung. Auch wenn nur hochwertige Kopien der wertvollen Arbeiten gezeigt werden, so vermitteln die Ausstellungsräume, wie man einen Lebensweg dem Vergessen entreißen kann. Die Arbeiten, die von der renommierten Sammlung Prinzhorn aus Heidelberg zur Verfügung gestellt worden sind, zeigen, wie Wilhelm Müller über Jahre aus seinem Fenster immer den gleichen Blick als visuelles Tagebuch dokumentierte.

Uwe Grone aus Zetel kam durch die Erkrankung an Depression mit Suizidgefahr zum Malen und Zeichnen und setzte sich intensiv als Therapie mit dem Thema des Sterbens auseinander. Durch die Beschäftigung mit seiner eigenen Psyche entstanden besondere Selbstbildnisse. Außergewöhnlich an seinen Porträts sind die unterlegten präzisen Architekturzeichnungen von Kirchen, Mauern, Zäunen.

Alexander Rommel wurde in Tjumen/Sibirien geboren und lebt jetzt in Neustrelitz. Er zeichnet, seit er denken kann. Von allen Arten von Stiften bis zur Aquarelle und Gouache hatte er Vieles ausprobiert. Doch erst die digitale Kunst brachte ihn wirklich weiter. Sie gibt ihm vielfältige Möglichkeiten, naturalistische Malerei auf einem Grafiktablett entstehen zu lassen. Viele seiner Bilder lassen sich als eine übertriebene Darstellung der Natur bezeichnen. Seine Technik nennt er „die Visualisierung der Vorstellungskraft der Natur in Kombination mit der des Menschen“.

Rainer Grassmuck will zum Innehalten anregen

Mein Blogfreund Rainer Grassmuck ist in Neustreliz kein Unbekannter, zur Zeit lebt und arbeitet er in Broock/Alt Tellin. Seine Werke stellt er als „Kunstfluss mixed media“ vor,
großformatige, digital erstellte Planen werden das Freigelände der Domjüch bereichern. Mit Titeln wie „Götterdämmerung“ oder „The Dark Side Of The Moon“ will er zum Nachdenken und Innehalten anregen. Einige der hier gezeigten Arbeiten sind in Kooperation mit der Wuppertaler Künstlerin Petra Mohr entstanden.

Komplettiert wird ein Rundgang über das Gelände mit der Dauerausstellung „Die Kunst des Erinnerns“. 2015 haben Künstlerinnen und Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern sich auf künstlerische Weise mit den vielfältigen Themen des Ortes auseinandergesetzt und es entstanden experimentelle Projekte, die in Form von Bildern, fotografischen Darstellungen sowie Raum- und Klanginstallationen die Geschichte und die mit ihr verbundenen Schicksale von Menschen darstellen und hinterfragen.

„Vielleicht wird sich dem einen oder anderen Besucher der Geist von Wilhelm Müller erschließen, die anderen Künstler werden aber vor Ort sein und sich den Fragen Interessierter stellen“, so Rainer Grassmuck. Natürlich wird für das leibliche Wohl gesorgt sein und auch die ganz jungen Besucher werden auf ihre Kosten kommen. Am 3. und 4. Juni ist die Domjüch von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Pfingstmontag von 10 bis 16 Uhr.

Advertisements