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Die Schwerinschen haben sich nicht lumpen lassen, dem Volk heute in Hohenzieritz die neugestaltete Luisen-Gedenkstätte zu präsentieren. „Die ganz große Enttäuschung ist ausgeblieben“, resümierte selbst Dr. Rajko Lippert, Vorsitzender des Vereins Kulturgut Mecklenburg-Strelitz und einer der erbittertsten Gegner dessen, was das Land nach Übernahme aus Vereinshänden aus dem Anziehungspunkt gemacht hat (Strelitzius berichtete).

Die Einschätzung muss Lippert schwer gefallen sein, denn zu vermissen waren die vom Verein ausgehandelten Bewertungsbögen für die Besucher. Auch die letztlich durchgedrückte Kommode aus Spendengeldern bleibt nur ein anonymes Möbelstück, die Ausstellungsmacher versagten ihr eine Beschriftung. Was die übrigen Forderungen der Kulturgut-Leute angeht, so war der Verein, wie vermeldet, vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) hatte sich kurzfristig mit Verweis auf die Neuordnung der Sozialdemokraten im Land nach dem überraschenden Rücktritt von Ministerpräsident Erwin Sellering entschuldigen lassen. Was auch immer es da am Sonnabend vor Pfingsten zwei Tage nach der Krisensitzung des SPD-Führungsgremiums für Verhinderungsgründe gegeben haben soll… Die Herrscherhäuser Mecklenburg-Strelitz und Preußen schenkten sich die Wiedereröffnung auch, es ist sicherlich spekulativ, ob es ein Statement ist.

Hohenzieritz4Wohlwollend zur Kenntnis genommen haben die Gegner dessen, was da jetzt in Hohenzieritz ausgestellt wird, die Rede von Stefan Wenzl, zuständiger Abteilungsleiter im Schweriner Finanzministerium. Er lobte Hans-Joachim Engel, der 18 Jahre lang die Gedenkstätte geleitet hatte, in den höchsten und damit in versöhnlichen Tönen. Brodkorb hatte zumindest im Internet dazu Freundliches verbreitet: „Durch das ehrenamtliche Engagement des ehemaligen Schlossvereins wurde Hohenzieritz zu einem Gedenkort mit überregionaler Bedeutung. Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird die wertvolle Arbeit des Vereins nun fortführen und die Bedeutung des Ortes weiter stärken.“

„Toilettengrün“ wirkt anders als auf Vorschaubildern

Die vereinzelten Fehler in den von den neuen Medienstationen in der Ausstellung vermittelten Texten werden sicherlich im Zusammenwirken beider Seiten ausgebügelt. Und was das heftig attackierte „Toilettengrün“ in der Wandgestaltung der Gedenkstätte angeht, so wirkte es nach Urteil von Dr. Rajko Lippert „durch Beleuchtung im Raum und mit Menschen nicht ganz so drastisch, wie auf den Vorschaubildern“.

Öffnungszeiten der Gedenkstätte kann ich noch keine vermelden. Vielleicht habe ich nicht ordentlich recherchiert. Aber das Land sucht ja auch noch nach Honorarkräften für die Einrichtung. Und wünscht sich einen Förderverein…

Der Auftakt heute Mittag verlief verhalten.

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