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Das riesige Darmmodell ist begehbar. Foto: Felix Burda Stiftung

Die Ärztekammer M-V, die AOK Nordost, das Institut für Anatomie der Universitätsmedizin Rostock und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wollen im Rahmen einer gemeinsamen Aufklärungsaktion mehr Menschen für die Darmkrebsvorsorge motivieren und ihnen die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung nehmen. Unter dem Motto „Gesundheit geht durch den Darm“ macht das größte Darmmodell Europas von 11 bis 17 Uhr Station auf dem Neustrelitzer Marktplatz. Am Beispiel des riesigen, begehbaren Mo­dells der Felix-Burda-Stiftung informieren medizinische Experten alle Interessierten über den allgemeinen Aufbau des Hochleistungsorgans, die unbegründete Angst vor einer Darmspiegelung oder die Gründe für die Entstehung dieser Krebsform.

Unbestritten ist: Darmkrebs kann durch konsequente Vorsorge weit besser verhütet werden als andere Krebsarten. Wird er in einem frühen Stadium erkannt, sind die Heilungsaussichten gut. Bei einer Darmspiegelung, der so genannten Koloskopie, sind Krebsvorstufen gut zu entdecken und können noch während der Untersuchung entfernt werden. Insgesamt lassen sich etwa 90 Prozent der Darmerkrankungen durch eine einmalige Darmspiegelung so früh erkennen, dass man sie heilen kann.

Darmkrebs tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Unter 40 Jahren ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sehr gering, es nimmt aber mit steigendem Alter zu. Dennoch ist die Beteiligung der Anspruchsberechtigten ab dem 55. Lebensjahr trotz der von den Krankenkassen bezahlten Leistungen gering. Zahlen der AOK Nordost zeigen: Nur etwa jeder Zehnte, der bei der AOK Nordost in M-V versichert ist, unterzieht sich beispielsweise einer präventiven Darmspiegelung. Dabei ist Darmkrebs bundesweit die Krebsart mit der höchsten Zahl an Neuerkrankungen im Jahr und die zweithäufigste Krebstodesursache. Jedes Jahr werden fast 4500 AOK-versicherte Patienten im Land mit der Diagnose Darmkrebs behandelt.

Vor diesem Hintergrund informiert die AOK Nordost zeitgleich in ihrer aktuellen Aufklärungskampagne für Männergesundheit unter dem Motto „Hosen runter“ auch über weitere gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen. So steht in Neustrelitz Jimmy Hartwig, Ex-Fußballprofi und AOK-Gesundheitsbotschafter, allen Interessierten Rede und Antwort: „Ich will dabei helfen, dass insbesondere die männlichen Gesundheitsmuffel die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen besser wahrnehmen. Das tun zurzeit noch viel zu wenige. Man(n) fühlt sich stark und unverwundbar oder hat vielleicht auch Angst vor der Untersuchung. Das ist natürlich Quatsch, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Daher meine Botschaft: Tut was, Jungs! Geht zur Vorsorge.“

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