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Hin und wieder leiste ich mir einen kulinarischen Rückfall in die Vergangenheit. Gleich drei Vorteile sind mit der DDR-Küche verknüpft: Die Gerichte sind zumeist schnell zubereitet und die Zutaten immer zu haben – „wir hatten ja nichts“. Auch die eine oder andere Erinnerung kommt hoch, und das muss nicht zwangsläufig eine schlechte sein.

Ich weiß ja nicht, ob der Schichtkohl von werktätigen Frauen erfunden wurde, die keine Zeit für die Kohlroulade hatten, weil sie zur Schicht mussten, aber das Ergebnis ist schmackhaft und lässt Freude aufkommen. Zudem ist Schichtkohl, auch Schmorkohl genannt, ein ideales Einstiegsgericht in den Kreis der noch Selbstkochenden. Da kann man nichts verkehrt machen.

Weil ich um das Bedürfnis nach Nachschlag wusste, habe ich gleich sechs Portionen gekocht. Zunächst 1,5 Kilogramm Weißkohl in mundgerechte Streifen oder Stücke schneiden. Dazu zwei Zwiebeln würfeln und sie mit dem Kohl in einem Bräter oder einer großen Pfanne in etwas Margarine anbraten. In einer zweiten Pfanne ein Kilo Rinderhack unter voller Hitze krümelig braten, mit der Salz- und mit der Pfeffermühle überfliegen, mehrere Runden drehen.

Jetzt kommt zusammen, was zusammengehört, also das Fleisch zum Kohl. Einen Dreiviertelliter Gemüsebrühe dazugießen, nach Bedarf mit Kümmel würzen und dem Gericht zugedeckt noch ein bisschen Hitze gönnen. Ich habe den Kohl gern noch schnurpsig, eine Bissprobe ist also angeraten.

Zum Schichtkohl habe ich mir Salzkartoffeln aufgetischt, aber auch als Eintopf ist er salonfähig, wie die Holde befand. Ein Bier dazu kann nicht schaden, wie wiederum ich weiß, meine bessere Hälfte gehört ja zur Rebensaftfraktion. Haut rein!

 

 

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