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Ich weiß ja nicht, ob es eine Frage des Alters bei mir ist. Aber irgendwie scheint meine Wissbegierde nachzulassen. Wenn man mir vor ein paar Jahren etwas offerierte, was ich bis dato noch nie erlebt hatte, dann gab es für mich kein Halten. Das ist eindeutig anders geworden, wie mir dieser Tage bei einem Veranstaltungstipp aus dem von mir sehr geschätzten Müritzeum in Waren schlagartig bewusst wurde.

Da es sich um Fotografien aus der Unterwassermikrowelt handelt, die da in einer kleinen, aber feinen Ausstellung beworben werden, wurde völlig waidgerecht ein Köder ausgebracht. Trotzdem habe ich nicht angebissen. Dabei ist das so schnell nicht zu toppen, was da am Haken hing, beziehungsweise wer. Und in der Tat habe ich ihn nie zuvor gesehen, schon gar nicht bei dem, was er im konkreten Fall gerade macht. Oder ist er eigentlich sie? Eigentlich genug Fragen. Trotzdem dieses, na, ich will nicht sagen Desinteresse. Aber irgendwie ist es den Ausstellungsmachern nicht gelungen, mich abzuholen, wie es so schön Marketing-Neudeutsch heißt. Dabei haben sie wirklich ihr bestes Pferd im Stall aufgeboten. Wobei Pferd dann wohl doch nicht ganz die Spezies trifft.

Bevor jetzt der Leser dieser Zeilen Ermüdungserscheinungen zeigt, wie sie sich offensichtlich bei mir ausbreiten, sollte ich vielleicht endlich zur Sache kommen. Also, es geht um den faszinierenden, jedenfalls wird ihm dieses Attribut beigegeben, Wasserfloh. Nun wäre das vermutlich noch nicht der absolute Burner, um mal meinen Korrektor vom Verein für deutsche Sprache zu ärgern. Aber es handelt sich im konkreten Fall sogar um einen gebärenden Wasserfloh, der so freundlich war, sich beim Geburtsvorgang kunstfertig fotografieren zu lassen. Oder eine Flöhin.

Trotzdem gerate ich komischerweise nicht aus dem Häuschen oder in Verzückung. Auch nicht bei den in Aussicht gestellten bizarren Algen oder Rädertierchen, was immer die nun noch sind. Meine Holde sagt mir ja schon seit geraumer Zeit, ich müsse nicht alles wissen. Irgendwie scheint sie langsam Recht zu behalten. Beängstigend!

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