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Das Schlösschen direkt am Meer könnte Teil einer touristischen Route werden. Neda Donat (links) und meine Holde haben sich gleich gut verstanden.

Königin Jutta (1880 bis 1946) fristet nicht nur in ihrer alten Heimat Deutschland, wo sie bei der Namensgebung „3 Königinnen Palais“ für das Mirower Welcome Center als Vierte unter den Tisch fiel, sondern auch in ihrer Wahlheimat Montenegro ein Schattendasein. Die mit dem montenegrinischen Kronprinzen Danilo verheiratete Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz und Titularkönigin für eine Woche im italienischen Exil hat das nicht verdient, meint meine Blogfreundin, die Sprachwissenschaftlerin Dr. Neda Donat, Dozentin an der Universität Podgorica. Sie hat meine Holde und mich gestern in die Hafenstadt Bar geführt, wo Jutta und Danilo eine Residenz direkt am Meer mit riesigem Landschaftspark besaßen.

Das Esszimmer von Jutta und Danilo im Schlösschen in Bar.

Das Gesehene war einigermaßen traurig. Das Schlösschen beherbergt heute ein Heimatmuseum mit wild gemixten Exponaten vom Steuerrad eines alten Schiffes bis zu einer Olivenpresse aus grauer Vorzeit und im Obergeschoss noch einiges an gut erhaltenem Mobiliar aus den Zeiten der einstigen hochherrschaftlichen Bewohner. Auf Jutta und Danilo selbst gibt es aber kaum einen Hinweis. Lediglich auf einem Gruppenfoto ist die Mecklenburg-Strelitzer Landestochter zu sehen. Es braucht aber die Kenntnis von Neda Donat, um sie zu identifizieren, ein schriftlicher Hinweis fehlt auch hier.

„Ich kann mich nicht um alles kümmern“, sagt die Germanistin, die an Fakultäten in Kotor und Niksic lehrt, fast entschuldigend. Sie will ein Buch über die vergessene Monarchin herausbringen, das vorrangig den Montenegrinern ein Stück Geschichte zurück ins kollektive Gedächtnis bringt. Vorarbeiten dazu hatte sie vor einem knappen Jahr für einen vielbeachteten Vortrag im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz genutzt (Strelitzius berichtete).

Neda Donat hatte nun in Bar die Idee, in Sachen Jutta ihre Beziehungen in die Tourismusbranche zu nutzen. Immerhin unterrichtet die Dozentin unter anderem in Kotor an der Fakultät für Tourismus und Hotelmanagement. Denkbar wäre, eine Route vorrangig für deutsche Touristen auf den Spuren von Jutta anzubieten, die neben Bar auch in die alte Hauptstadt Cetinje führt, in die Winterresidenz Rijeka Crnojevica, zum Sommerhaus in Ulcinj und zum großen Schloss von Schwiegervater König Nikola, wo das Paar Zimmer hatte. Diese Idee will Neda Donat zumindest an die Verantwortlichen herantragen.

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