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An den Anfang meines vorerst letzten Montenegro-Berichtes stelle ich mal die überaus schlagfertige Auskunft der Chefstewardess auf dem Flug mit German Wings von Dubrovnik nach Berlin-Tegel. Ich war sofort ihr Fan, als die Dame nach Landung die Tatsache, dass in unserer Parkbucht ein anderes Flugzeug stand und offensichtlich zunächst auch keine Gangway zu haben war, mit der Ansage „Wir kommen offensichtlich unerwartet“ an uns Passagiere kommentierte. Also, Strelitzius hat wieder heimatlichen Boden unter den Füßen, begibt sich aber gedanklich noch einmal ins schöne Montenegro, um das 4-Sterne-Plus-Hotel „Palmon Bay“ in Herceg Novi/Igalo zu beurteilen.

Ich habe gestern extra den Rezeptionisten einem längeren Interview unterzogen, weil ich es nicht glauben konnte. Das Haus direkt an der sich hier zur Adria öffnenden Bucht von Kotor mit eigenem Beach-Club und extrem großzügigem Spa-Bereich wirkt in seinem italienischen Design nagelneu, stammt aber tatsächlich aus jugoslawischen Zeiten. Damals stand der Komplex Armeeangehörigen und deren Familien zur Erholung und Rehabilitation offen.

Vor drei Jahren ist das Ensemble in einem Maß rekonstruiert worden, das so ein bisschen mein Fassungsvermögen übersteigt. Wäre da nicht eine Terrazzo-Treppe zwischen den oberen Geschossen, die auch an DDR-Gebäude erinnert, man hielte das „Palmon Bay“ für einen Neubau. Außen wie innen eine architektonisch äußerst ansprechende Leistung, die durch edle Möbel und außergewöhnliche Gestaltungsideen noch ergänzt wird.

Wir freuten uns über ein ca. 25 Quadratmeter großes Zimmer in der zweithöchsten Preiskategorie mit direktem Meerblick und Balkon über zwei große Schiebefenster, zusätzlicher Sitzecke und einem Bad, in dem auch zu zweit keine Platzangst aufkam. Dazu ein gutes, großes Bett, das uns das heimatliche Wasser-Nachtlager nicht vermissen ließ.

Wunderbarer Meerblick zu haben ist auch vom Dach des Speisesaals mit eigener Bar und zusätzlichem Poolbereich sowie vom Dachgartenrestaurant „Olive“ mit Bar (siehe Video unten). Im Hausgästen vorbehaltenen Beach-Club direkt an der Strandpromenade, wie eine Halbinsel dem Hotel vorgelagert, kann zwischen großem Süßwasserpool und Adria gewählt werden. Liegen, Sonnenschirme und Pooltücher sind gratis. Hier entsteht über der Clubbar noch eine Aussichtsplattform mit Gastronomie, auf die man sich ab kommendem Jahr freuen kann. Nicht zu vergessen, verkehrt auch ein Hotelboot, das für vertretbares Geld zu weiteren Stränden auf der anderen Seite der Bucht bringt.

Im Erdgeschoss des Hotels gibt es noch eine Lobby-Bar, außerdem sind hier der Spa-Bereich mit einem großen Schwimmbecken, üppig dimensioniertem Whirlpool und mehreren Saunen sowie ausreichend Ruhemöglichkeiten angeordnet. Gegen Aufpreis sind Beauty und Therapie zu haben. Und was das Bloggerherz freut: Kostenloses WLAN bis in den letzten Winkel und an die Adriakante. Zu schätzen wussten wir auch die kostenfreie Parkmöglichkeit für unseren Mietwagen direkt am Haus.

Der Hausservice ist einfach Spitze, man trifft ausschließlich auf freundliche und motivierte Mitarbeiter. Mit dem Essen waren wir sehr zufrieden, morgens und abends gibt es Buffet. Die Speisen werden ohne große Dekoration dargeboten, sind aber vielseitig, gesund und von guter Qualität. Selbst die Holde, die sich doch sehr ausgewählt ernährt, hatte nichts zu bemängeln.

Speisesaal gerät an die Kapazitätsgrenze

Trotzdem sind wir mit dem Speisesaal auch beim Pferdefuß des „Palmon Bay“ angelangt. Besonders in der Nachsaison scheint das Management auf Reisegruppen zu setzen, um das 200-Zimmer-Hotel auszulasten. Die treiben besonders beim Abendbrot, abgesehen vom babylonischen Sprachengewirr mit entsprechendem Geräuschpegel, mit eigenem Beharrungsvermögen den Saal dann auch an die Kapazitätsgrenze und lassen ihn zur Kantine werden. Hier wäre eine kleinteiligere Lösung wünschenswert.

Unser Fazit: Wir glauben nicht, dass es rund um die Bucht von Kotor ein besseres Hotel gibt oder in absehbarer Zeit geben wird. Der innere Teil der Bucht gehört ja zum UNESCO-Welterbe, was hier auch das Baugeschehen stark beschränkt.  Hotelchen und Appartements dominieren. Anders sieht es da an der Küste aus, wo eine gewaltige Immobilienblase entsteht und „For Sale“ die wohl häufigste Botschaft am Straßenrand ist. Das „Palmon Bay“ in Herceg Novi/Igalo wird uns wohl wiedersehen. Wir können es unbedingt empfehlen. Und bedanken uns wieder einmal bei Berit Blaack und Annegret Böttcher vom DER Reisebüro in der Zierker Straße in Neustrelitz für den goldrichtigen Tipp.

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