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Alles ok…

Das mit der Telekom ist so eine Art Hassliebe. Einerseits ärgert man sich als Zwerg nur über den Riesen, andererseits ist man auf dem flachen Land im Nordosten mangels Auswahl ja froh, ihn überhaupt zu haben. Deswegen will ich auch nicht kommentieren, dass mir das „Erlebnis, was verbindet“ satte 6,016 MBit im Download und 2,4 MBit im Upload beschert, wohlgemerkt, maximal.  Mehr kann man nun wirklich nicht erwarten, es sei denn, man ist Neustrelitzer und mit Stadtwerken gesegnet. Entschuldigung, aber so ein bisschen Schleichwerbung muss erlaubt sein. Ein Dorf weiter habe ich übrigens einen Kumpel, der immer auf den Kirchturm steigt, wenn er mir eine WhatsApp-Nachricht schicken will. Also, ich will mal nicht klagen.

Nicht kommentieren will ich auch, dass meine um 50 Prozent reduzierte Festnetz-Telefonrechnung nur zustande gekommen ist, weil ich nach Jahren meinen alten Vertrag gekündigt habe. Es ist doch gut, wenn man Freunde hat, die sich auskennen. Die Kündigung war eben raus, da kam der Magentarote, wie in Aussicht gestellt, schon mit der weißen Fahne um die Ecke.

Letztlich will ich auch nicht unseren neuen Mitbewohner mit einem Kommentar verstimmen. Der hochgeschwinde Router in unserem Haus hat immerhin sieben Lampen, die nicht brennen, weil er eine weitere hat, die grün signalisiert, dass alles in Ordnung ist. Und die leuchtet so was von grün.

Ich habe das Flachteil übrigens in Betrieb nehmen können, obwohl die Zugangsdaten aus dem Jahr 2007 partout nicht mehr in unserem ansonsten sehr geordneten Heim auffindbar waren. Der nach 14 Minuten angekündigte Hotliner war nach schon vier Minuten an meinem Ohr und brauchte ganze 30 weitere Sekunden, um das Problem zu lösen: mit einer drei Zahlenkombinationen schwangeren E-Mail, die mit einer vierten, per SMS zugeleiteten Zahlenkombination, mühelos zu entschlüsseln war. Dass ich mich beim Eingeben der schier endlosen Daten dann zwei Mal vertippt habe, ist letztlich meiner mangelnden Kompatibilität geschuldet. Es diente ja meinem persönlichen Schutz, dass ich nicht sehen konnte, welche Tasten ich da getroffen habe.

Nein, es gibt wirklich nichts zu meckern, ich hatte ja vom Vorgängermodell namens Speedport auch noch das passende Kabel. Selbst die Tatsache, dass ich langsam schizophren werde, möchte ich auf keinen Fall der Telekom anlasten. Die hat es sicherlich völlig sozial gefunden, von mir nicht genutzte Anschlusskapazitäten, auch wenn ich sie bezahle, der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Vielleicht treffen ich ja auch mal einen Mitmenschen, an dessen Hotspot ich aufs digitale Trittbrett steigen kann. Leider begreift mein Handy das nicht. Ganz im Gegensatz zu meinem Laptop und dem Handy meiner Holden. Die kommen mit der veränderten Situation zurecht.

Wenn unsereins verhotspottet wird

Kurzum, mein egoistisches Funktelefon nimmt sich immer das, was ich eigentlich abgeben soll, es verhotspottet mich. Das von ihm auf dem Trittbrett Vorgefundene ist trotz aller Regeln der Mathematik allerdings zu wenig, weil ja die beiden Unverirrten aus dem Dreierverbund vielleicht nicht mehr erübrigen. Entweder das Bessere-Hälfte-Handy oder mein Rechner sind scheinbar zu gierig.

Wer mir noch folgen kann, dem sei es auf den Punkt gebracht: Ich teile mit mir selbst, und komme zu kurz. Aber weil ich mich ja dankbar erweisen will, weiß ich es zu schätzen, dass mich die WLAN-Einstellungen meines Handys jedes Mal mit wenigen Klicks wieder zu meinem Router und damit zu meinem eigenfinanzierten Anschluss zurückführen. Das ist wie Heimkommen. Und dann reicht das Angebot wie von Zauberhand plötzlich für alle drei Datenfresser. Ein Drittel ist mal ein Drittel, und mal wohl nicht.

Ich will mir jetzt mal nicht ausmalen, was passiert, wenn meine Tochter und ihr Freund uns besuchen und sich auch noch wie gewohnt auf unser WLAN einwählen. Nach dem Gesetz der Serie dürften dann vier Fünftel plus ein Fünftel auch nicht fünf Fünftel sein. Jedenfalls nicht im ersten Anlauf. Unter Garantie hänge ich in dem Fall ein Schild raus, auf dass nicht noch ein Wanderer des Wegs kommt und auf meinen Hotspot hofft. Und hoffentlich ewig streicht mir mein DSL-Flachmann grün leuchtend übers grau werdende Haar: Alles ok! Wer den hat, braucht keine Pille…

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