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Die Stadtwerke Neustrelitz haben gleich zwei 15-jährige Jubiläen zu vermelden, die mit dem Thema Erdgasmobilität verknüpft sind. Im November 2002 ist die Erdgastankstelle in der Woldegker Chaussee in Betrieb genommen und im Januar 2003 der Landesinitiativkreis erdgas mobil Mecklenburg-Vorpommern aus der Taufe gehoben worden, in dem die Neustrelitzer von Beginn an als Vorreiter wirken.

Die beiden 15. Geburtstage fallen in eine Zeit, in der das Erdgasauto im Zusammenhang mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung urplötzlich wieder im Rampenlicht steht. Bis 2025, so wollen es Politik und Wirtschaft, sollen eine Million erdgasbetriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Parallel dazu ist die Steuerermäßigung für Erdgasautos bis zu diesem Zeitpunkt verlängert worden. „Das sind Rahmenbedingungen, auf die wir lange gewartet haben“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schmetzke, zugleich Vorstandssvorsitzender von erdgas mobil M-V. „Wer klimaschonende Antriebstechnologien auf die Straße bringen will, kommt zumindest in den nächsten zehn bis 15 Jahren an der Erdgas- als Brücke zur Elektromobilität nicht vorbei. Schließlich sind Kraftfahrer mit dem an unseren Tankstellen angebotenen hundertprozentigen Bioerdgas fast emissionsfrei unterwegs. Darüber hinaus ist die Erdgastechnologie ausgereift, und die Infrastruktur steht.“

29 Erdgastankstellen im Land zu finden

Bereits zu einem Zeitpunkt, als die Signale eher auf Dunkelgelb als auf Grün für die Erdgasmobilität standen, haben die Stadtwerke Neustrelitz unbeirrt in eine zweite Erdgastanke investiert. Im September 2015 ging die Zapfanlage in der Ihlenfelder Straße in Neubrandenburg in Betrieb. Derzeit existieren in Mecklenburg-Vorpommern 29 Erdgastankstellen, davon 24 in Verantwortung der 17 Trägerkreismitglieder von erdgas mobil M-V.

Der Trägerkreis wie auch seine Mitglieder unterstützen die Anschaffung von Erdgasautos seit Jahren finanziell. Aktuell gibt es 300 Euro von der Landesinitiative für die Erstzulassung. Hinzu kommen Boni der einzelnen Trägerkreismitglieder. Die Stadtwerke Neustrelitz beispielsweise packen noch 1000 Kilogramm Erdgas obendrauf. Das bedeutet durchschnittlich ein Jahr kostenlose Mobilität. Auf seiner Vorstandssitzung im Dezember in Neustrelitz wird erdgas mobil M-V die Förderung für 2018 beschließen. Das Erdgasfahrzeug der Strelitzer Tafel rollt übrigens sogar generell ohne Betankungskosten. Dafür kommen die Stadtwerke Neustrelitz als Sponsor auf, die auch den eigenen Fuhrpark konsequent auf Erdgas umgestellt haben.

EU-Kommission trübt die Freude

Unterdessen ziehen die Zulassungszahlen für Erdgasfahrzeuge in der Mecklenburg-Strelitzer Region wie im ganzen Land spürbar an. „Das heißt nicht, dass wir in unserem Engagement nachlassen“, betonte Frank Schmetzke. Im Gegenteil: Der Landesinitiativkreis erdgas mobil M-V ist 2015 geschlossen dem bundesweit agierenden Zukunft ERDGAS e.V beigetreten und hat seine Mitgliedschaft eben um ein weiteres Jahr verlängert. Mit Unterstützung des großen Bruders sollen im kommenden Jahr werbewirksame Auftritte für die Erdgasmobilität im Land auf die Beine gestellt werden. Eine Plattform dabei wird das Landeszentrum für erneuerbare Energien M-V in Neustrelitz sein, wo die Erdgasmobilisten auch in der Leistungsschau des Hauses Flagge zeigen.

Allerdings hat die Freude über die veränderten politischen Rahmenbedingungen schon wieder einen Dämpfer erhalten. Die EU-Kommission hat sich in dieser Woche in Brüssel  bei der Vorstellung der neuen Abgasvorschriften einseitig auf Elektromobilität festgelegt und regenerativen Kraftstoffen wie Biomethan oder Power-to-Gas die Anerkennung versagt. Das wird von Zukunft ERDGAS e.V. als „unfair und klimapolitischer Unsinn“ eingestuft, wie Vorstand Timm Kehler sagte.

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