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Dieses Bild hätte ich gern von der TSG Neustrelitz geschossen. Am Ende jubelten die Nachbarn.

Ein schwarzer Sonntag für die Anhänger der TSG: Der Regionalligist aus Neustrelitz lässt sich von der Verbandsligamannschaft des 1. FC Neubrandenburg mit 2:4 nach Elfmeterschießen im Achtelfinale aus dem Landespokal kegeln. Zur Erfolglosigkeit im Punktspielbetrieb gesellt sich nun auch noch diese Schmach. „4. Liga, keiner weiß warum“, skandierten die Neubrandenburger Anhänger in Richtung der Gäste und hatten an diesem Tag irgendwie recht.

Das Einschwören vor dem Elfmeterschießen hat nicht den gewünschten Erfolg für die TSG gebracht.

Als es nach 120 Minuten trotz zahlreicher Chancen auf Seiten der TSG und einiger weniger für die Gastgeber immer noch keinen Treffer gegeben hatte, scheiterten Kapitän Filip Luksik und Arbnor Dervishaj zu allem Überfluss auch noch am glänzend haltenden FCN-Keeper Benjamin Wegener, während Zvonimir Teklic und Lincoln Assinouko verwandelten. TSG-Schlussmann Norman Quindt konnte einen Elfer parieren.

Die TSG Neustrelitz hat sich heute mal wieder selbst geschlagen, ihre Schwächen im Angriff sind eklatant. Davon ausnehmen möchte ich ausdrücklich den unermüdlich ackernden Pascal Patrick Eggert, der immer wieder nur durch böse Fouls gestoppt werden konnte, und Fabio Abbruzzese, der leider erst in der zweiten Hälfte gebracht wurde. George Kelbel, in der zweiten Halbzeit vom Feld genommen, hat allein drei „Riesen“ vergeben, Lincoln Assinouko nicht einen gehabt. Der Spielaufbau wieder viel zu behäbig, ehe die Pässe nach vorn kamen, hatten sich die spritzigen Neubrandenburger längst sortiert. Von Standards für die TSG ging zudem keinerlei Gefahr aus.

Gastgeber hatten ihre Chancen

Die Gastgeber wurden mit zunehmender Spieldauer immer frecher. Sie überbrückten schnell das Mittelfeld und stießen mehrfach gefährlich in den Strafraum der TSG vor. Schrecksekunde in der 45. Minute, als Norman Quindt einen eigentlich schon gefangenen Ball wieder fallen lässt und seine Mitspieler das Leder von der Linie kratzen müssen. Auch in der 77. Minute hätten die Viertorestädter das Match für sich entscheiden können, als sie die TSG-Abwehr blitzschnell überlaufen, unbedrängt zur Flanke und ungedeckt zum Kopfball kommen, der zum Glück über das Gehäuse geht. Auch bei Ecken musste sich Norman Quindt mehrfach auszeichnen.

In der Verlängerung wurde das Spiel immer ruppiger, es gab unschöne Szenen auf beiden Seiten. Ganz offensichtlich lagen bei manchen Spielern die Nerven blank. Rund 900 Zuschauer waren ins Jahnstadion zum Derby gekommen, und der Jubel der Einheimischen nach dem Ausgang des Elfmeterschießens war grenzenlos. FCN-Trainer Mike Hinz wurde dann von seiner Mannschaft kurz vor der Pressekonferenz auch noch einer Sektdusche unterzogen.

Cotrainer: Wir haben es nicht verdient weiterzukommen

Cliff Uyimwen (am Ball) und Zvonimir Teklic im erfolglosen Zusammenspiel vor dem FCN-Gehäuse.

Ich habe mit TSG-Cotrainer Robert Gerhardt gesprochen, der seiner Mannschaft heute ein „mittleres Oberliga-Niveau“ bescheinigte. „Wir haben es nicht verdient, eine Runde im Pokal weiter zu kommen, wenn wir aus unseren Chancen nichts machen. Es ist bitter, und ich bin maßlos enttäuscht“, so mein Blogpartner.

Pascal Patrick Eggert (links) mit starkem Zug zum Tor und Fabio Abbruzzese konnten das Spiel auch nicht für die TSG entscheiden.

TSG-Trainer Achim Hollerieth, für den die Luft immer dünner werden dürfte, haderte in der Pressekonferenz ebenfalls mit der Verwertung der Chancen. Diesen Vorwurf müsse er dem Team ganz klar machen. Irgendwann hat der eine oder andere Spieler von uns wohl auch den Glauben an den Sieg verloren“, so Hollerieth.

Das letzte Wort heute den strahlenden Siegern, denen auch Strelitzius artig zu ihrer sehr guten Leistung gratuliert. „Wir haben gefightet bis zum Gehtnichtmehr. Ich bin total stolz auf meine Mannschaft“, freute sich Coach Mike Hinz.

Am kommenden Sonntag, den 19. November, ist im Punktspielbetrieb der Regionalliga Nordost die VSG Altglienicke zu Gast im Neustrelitzer Parkstadion. Bleibt zu hoffen, dass die TSG Neustrelitz die Blamage im Pokalwettbewerb bis dahin gut verarbeitet hat.

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